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Optimismus in der Baubranche, Risikomanagement gewinnt an Bedeutung
Presseaussendung, 12. Dezember 2009 Internationale KPMG-Studie: 64 Prozent der befragten Bauunternehmer erwarten bis Mitte 2010 gleich bleibende oder sogar steigende Profite. 73 Prozent stellen für das Risikomanagement mehr Ressourcen zur Verfügung.
Die Baubranche könnte die weltweite Wirtschaftskrise mit einem blauen Auge überstehen – das zeigt die aktuelle KPMG Studie „Global Construction Survey 2009“, für die Bauunternehmen in über 30 Ländern befragt wurden. Eine Mehrheit von 53 Prozent der weltweit Befragten meldet höhere oder zumindest gleichbleibende Auftragsbestände gegenüber dem Vorjahr. Lediglich 44 Prozent rechnen mit einem Rückgang der Erträge aus dem aktuellen Auftragsbestand.
„Die Ergebnisse der internationalen Studie spiegeln größtenteils auch die Situation in Österreich wider“, kommentiert KPMG Geschäftsführer Ernst Pichler die Studie. „Aufgrund der hohen Auftragsbestände vor der Krise und der im internationalen Vergleich hohen Infrastrukturinvestitionen durch die staatlichen Konjunkturpakete, wird die Bauleistung der österreichischen Bauunternehmen in 2009 in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Der Trend zu verstärktem Projektrisiko- und Working Capital Management ist auch in Österreich zu beobachten und ist wegen der aktuellen wirtschaftlichen Lage unumgänglich. Für die Zukunft gilt es abzuwarten, inwieweit es den Unternehmen gelingt, sich weiter zu diversifizieren und in Sondersparten wie Facility Management und PPP-Projekte Fuß zu fassen.“
Weitere wichtige Ergebnisse der Studie
- 73 Prozent geben an, dass während der letzten 12 Monate ein stärkerer Fokus auf Risikomanagement gesetzt wurde. Der Schwerpunkt wurde insbesondere auf den Angebotsprozess und auf Contract Management gelegt. Ziel ist es, risikoreiche Projekte vorab zu identifizieren und das Risiko der Kostenvolatilität besser in den Griff zu bekommen. Außerdem wurde in Zeiten fallender operativer Cash Flows ein höherer Zeit- und Ressourcenaufwand zur Verbesserung des Cash Managements berichtet.
- Weltweit erwarten nur 15 Prozent der Befragten, dass die staatlichen Konjunkturpakete die Geschäftsaussichten während der nächsten 12 Monate signifikant verbessern werden. Dabei sind die Teilnehmer in Ostasien und dem Pazifikraum wesentlich optimistischer als jene in Europa, Amerika, dem Mittleren Osten und Afrika.
- 35 Prozent der weltweit Befragten haben die Anzahl ihrer Mitarbeiter nicht reduziert. Nur wenige Bauunternehmen haben sich veranlasst gesehen, die Arbeitskosten mittels Lohnkürzungen, kürzeren Arbeitszeiten oder unbezahlten Freistellungen zu verringern. Angesichts des bestehenden hohen Auftragsbestandes und der optimistischen Einschätzung über die zukünftige Auftragslage, haben 28 Prozent der Befragten laut eigenen Angaben überhaupt nichts zur Senkung der Arbeitskosten unternommen. „Jahrelang war die österreichische wie auch die weltweite Bauindustrie mit einem Mangel an qualifizierten Fachkräften konfrontiert. Vor allem die großen Bauunternehmen haben daraus gelernt und wollen ihre Schlüsselkräfte für den Aufschwung nach der Krise halten“, kommentiert KPMG-Geschäftsführer Yann-Georg Hansa den Trend, auf wesentliche Mitarbeiterkürzungen trotz der Krise zu verzichten.
- Die Mehrheit der befragten Bauunternehmer gibt an, dass Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Handeln zum Image eines innovativen und umweltfreundlichen Unternehmens beiträgt. Nachhaltiges Handeln wird jedoch eher als „Muss“ gesehen denn als strategischer Wettbewerbsvorteil. Von Kundenseite steht der wirtschaftliche weiter vor dem ökologischen Nutzen.
Rückfragehinweis: Christine Enzi, KPMG Wien Iris Zeppezauer, KPMG Linz
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