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Finanzrisikomanagement liegt bei Österreichs Top-Unternehmen im Trend

Presseaussendung, 10. Februar 2010
Das Management finanzieller Risiken gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Große Unternehmen, die an internationale Rechnungslegungsstandards gebunden sind, kommen der immer umfangreicheren Dokumentationspflicht von Risiken nach. Doch vor allem die Krise auf den Kapitalmärkten führte klar zu einem Umdenken und einer erhöhten Sensibilität in den Unternehmen in Bezug auf den Umgang mit finanziellen Risiken. Dies belegt eine aktuelle Studie des Center for Accounting Research der Universität Graz in Kooperation mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG Linz.


Unternehmen zeigen erhöhte Sensibilität im Umgang mit finanziellen Risiken

Die Studie zeigt die Zusammenhänge zwischen Rechnungslegung, Wirtschaftskrise und Risikomanagement auf. Untersucht wurden die Auswirkungen ständig steigender Anforderungen von internationalen und nationalen Rechnungslegungsstandards auf die Finanz- und Risikoberichterstattung sowie die Auswirkungen der Regelungen und der Wirtschaftskrise auf das Management, die Dokumentation und die Organisation finanzieller Risiken. Basis der Studie bildet die Befragung der 500 größten Unternehmen Österreichs (mit Ausnahme von Banken und Versicherungen).

Energie- und Rohstoffrisiken werden am höchsten eingestuft

Von den Marktpreisrisiken schätzen die Unternehmen im Durchschnitt Energie- und Rohstoffpreisrisiken am höchsten ein, gefolgt von Währungs- und Zinsänderungsrisiken.

Unter Energie- und Rohstoffpreisrisiken versteht man die Gefahr, dass der  Zeitwert eines Vermögenswertes oder künftige Cashflows aufgrund der Änderungen der Marktpreise schwanken. Ein interessantes Ergebnis der Studie ist, dass Energie- und Rohstoffpreisrisiken trotz der höchsten Risikoeinstufung von weniger als der Hälfte der Unternehmen aktiv gemanagt werden.
Dazu Christian Engelbrechtsmüller, Partner bei KPMG Linz und Mitherausgeber der Studie: „Börsennotierte Unternehmen managen Energie- und Rohstoffpreisrisiken häufiger als nicht börsennotierte Unternehmen. Als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise wurden die Absicherungsquoten erhöht. Die Reduzierung der Ergebnisvolatilität ist dabei das wichtigste Ziel.“

Zwei Drittel managen Liquiditätsrisiko aktiv

Liquiditätsrisiken – wenn das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann – stellen das am häufigsten gemanagte Finanzrisiko dar. Zwei Drittel der befragten Unternehmen haben bereits ein aktives Liquiditätsrisiko-Management etabliert.

Die Erfahrungen aus der Wirtschaftskrise tragen klar zu einer vermehrten Verwendung von Instrumenten zur Identifikation, Messung und Steuerung aller finanziellen Risiken bei, und dies gilt unabhängig von den gewählten Rechnungslegungsstandards (internationale oder österreichische Standards). Die Ergebnisse lassen überdies eine zunehmende Bedeutung des Managements finanzieller Risiken bei nicht börsennotierten und kleinen Unternehmen erkennen.
Dazu Alfred Wagenhofer, Professor an der Uni Graz und Mitherausgeber der Studie: „Das aktive Managen finanzieller Risiken ist nicht nur für börsennotierte Unternehmen wichtig. Sie übernehmen allerdings eine Vorreiterrolle. Die Studie zeigt aber, dass nicht börsennotierte Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise vermehrt finanzielle Risiken steuern.“

Die Wirtschaftskrise erhöht den Einsatz von Instrumenten zur Kreditrisikoabsicherung

Die häufigsten Instrumente zur Absicherung des Kreditrisikos sind: Limits, Kreditversicherungen, Garantien und Bürgschaften bei großen Unternehmen, Anzahlungen bei kleineren Unternehmen.

Rückfragen:

Iris Zeppezauer, KPMG Linz

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