Alles andere als pures Marketing
Vor wenigen Jahren waren Nachhaltigkeitsberichte noch verschrien als Greenwashing, Marketinggag oder das Steckenpferd von Idealisten. Doch das Bild hat sich grundlegend geändert: Nachhaltigkeitsberichte sind heute wertvolle Werkzeuge für die Unternehmensführung, haben deutlich an Qualität gewonnen und sind so auf dem Weg zum wirtschaftlichen Imperativ. 40 Prozent der wichtigsten börsennotierten Unternehmen Österreichs berichten inzwischen über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten, Tendenz stetig steigend. Von den 144 im österreichischen „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2011“ [link] befragten Unternehmen haben sogar 63 Prozent angegeben, im Moment schon zu berichten oder zumindest Pläne zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verfolgen. Dennoch liegt Österreich damit hinter dem globalen Schnitt. Weltweit berichten 64 Prozent der größten Unternehmen bereits über ihre Leistungen im Corporate Responsibility (CR) Bereich. Bei den 250 Allergrößten sind es sogar 95 Prozent. (KPMG International Survey of Corporate Sustainability Reporting 2011)
Die Gründe dafür sind vielfältig. Während die Sorge um die eigene Reputation weiterhin die Hitliste anführt, werden wirtschaftliche Faktoren immer wichtiger. Nachhaltigkeitsberichte sind Teil des Risikomanagements und eine Rutsche für Innovation und Weiterentwicklung im Unternehmen. Und auch Geldgeber machen Druck: Investoren wollen mit der gleichen Qualität über finanzielle wie nicht-finanzielle Leistungsindikatoren informiert werden. Von großen Investoren geförderte Initiativen wie das Carbon Disclosure Project oder der Deutsche Nachhaltigkeitskodex drücken den Wunsch nach einer transparenten und vergleichbaren Berichterstattung aus.
Transparenz, Glaubwürdigkeit, Vergleichbarkeit
Leser von Nachhaltigkeitsberichten lassen sich nicht von Hochglanzbroschüren beeindrucken. Die Akzeptanz eines Berichts wird bestimmt durch die Vollständigkeit der Themenauswahl, seine Datenqualität und einer sichtbaren Erfolgsbilanz. Freiwillige Leitlinien wie die Global Reporting Initiative (GRI) geben Unternehmen eine Richtschnur für die in den Bericht aufzunehmenden Kriterien. Bei den 250 weltweit größten Unternehmen wenden bereits 80 Prozent den GRI Kriterienkatalog für ihre Berichte an.
Um die Qualität der Daten zu belegen gewinnen externe Prüfungen stetig an Relevanz. Bei dieser werden Nachhaltigkeitsberichte ähnlich einer Jahresabschlussprüfung untersucht und beurteilt. Der Anteil der extern geprüften Berichte liegt derzeit noch deutlich unter 50 Prozent. Mit der steigenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsberichten für die Entscheidungen von Investoren und Banken wird aber in den nächsten Jahren auch die Notwendigkeit einer fundierten externen Prüfung wachsen. Dies gilt umso mehr, als dass eine aktuelle Studie der Universität Leeds gezeigt hat, dass bei den in der Studie untersuchten 4.000 CSR-Reports noch in vielen Berichten gravierende Mängel bei Datenqualität, Themenwahl und Berichtsgrenzen bestehen.
Der Trend zur integrierten Berichterstattung
Das Konzept der integrierten Berichterstattung ist in den letzten drei Jahren fast schlagartig auf der CR-Agenda aufgetaucht. Unter integrierter Berichterstattung versteht man die logische Verknüpfung der relevanten finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren eines Unternehmens in einem runden Bericht. Wie das genau funktionieren soll, darüber zerbricht sich seit 2010 der neu gegründete internationale Rat für integrierte Berichterstattung (IIRC) den Kopf. Allgemein anerkannte Beispiele für gute integrierte Berichterstattung gibt es daher noch nicht – mit der Arbeit des IIRC an einem Framework soll sich das aber binnen der nächsten zwei Jahre ändern.
Die Erwartung an integrierte Berichterstattung ist groß: sie soll das Berichtwesen grundlegend verbessern. Weg von einer Wucht von Daten, hin zu einer nachvollziehbaren „Geschichte“ der Performance eines Unternehmens in allen Bereichen. Dadurch soll zugleich der CR-Gedanke besser in Unternehmensstrategien integriert werden können. Der Weg dahin ist noch ein weiter, doch bietet sich Unternehmen dadurch derzeit ein weites Spielfeld, in dem sie einerseits innovative Ansätze für Reporting und Managementstrategien ausprobieren können und sich andererseits als Vorreiter für zukünftige Berichtsstandards positionieren.
Leistungen von KPMG zur Unterstützung ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung
KPMG bietet ihnen zahlreiche Dienstleistungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Als klassischer Wirtschaftsprüfer führen prüfen wir Nachhaltigkeitsberichte nach dem KPMG eigenen Prüfansatz (basierend auf dem internationalen Prüfstandard ISAE 3000).
Darüber hinaus bieten wir Beratungsleistungen für die Gestaltung von GRI-Berichten oder die Unterstützung Ihres Unternehmens auf dem Weg zur integrierten Berichterstattung.
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