Der Bericht "Evolving Banking Regulation" des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG vergleicht die regulatorischen Entwicklungen in der Bankenbranche in Europa, den USA und Asien. Die Bemühungen der G20 Länder, eine Harmonisierung der Regulierungen zu erreichen scheiterten bisher, außerdem werden die regulatorischen Reformen in Europa und den USA derzeit deutlich stärker forciert als in Asien.
Wien/Linz. 2012 gilt als Entscheidungsjahr für das globale Bankwesen. Um zu überleben, werden Banken ihre Geschäftsmodelle und –strukturen weitgehend überarbeiten müssen. Durch die aktuellen Marktbedingungen geraten die Eigenkapitalrenditen ins Wanken und die Banken müssen radikale Anpassungen vornehmen um sich den regulatorischen Herausforderungen wie Risikoeindämmung und Kapitalaufbau stellen zu können.
Alexander Lippner, Geschäftsführer im Bereich Banken bei KPMG erklärt die Situation so: "2012 ist das Jahr des Handelns. Die Debatte, die in den letzten drei Jahren über Regulierungen geführt wurde, war nur ein erster Schritt. Die spezifischen Anforderungen sind jetzt klarer und müssen in kurzer Zeit umgesetzt werden. Diese Reformwelle erfordert die volle Aufmerksamkeit des gesamten Managements, da sowohl das Geschäftsmodell als auch Prozesse, IT-Systeme und Mitarbeiterkompetenzen wesentlichen Veränderungen unterworfen werden.“
Liquidität und Kapital zählen zu den wichtigsten Herausforderungen, denen sich Banken 2012 stellen müssen. „Dieses Jahr wird zweifellos vom Aufbau harten Kernkapitals, der Optimierung des Liquiditätsmanagements und der Risikoreduktion dominiert werden. Um krisensicherer zu werden müssen viele Banken aber auch detaillierte Pläne für ihre Sanierung bzw. Abwicklung im Ernstfall, sogenannte Living Wills, erstellen was einen immensen organisatorischen Aufwand bedeutet“ meint KPMG Geschäftsführer Bernhard Gruber.
Jede einzelne regulatorische Maßnahme spielt eine große Rolle bei der Verbesserung der finanziellen Stabilität und dem Schutz der Anleger und Verbraucher. Aber sie könnten auch erhebliche negative Auswirkungen auf Banken und dadurch auch auf die Konditionengestaltung für Bankkunden und damit die Realwirtschaft haben.
Der Vergleich zwischen Europa, USA und Asien zeigt deutlich, dass die Diskussionen über regulatorische Reformen in Europa und den USA derzeit mehr Priorität haben als im asiatischen Raum.
Europa
Durch die europäische Staatsschuldenkrise geriet das Thema Regulierung 2011 etwas ins Abseits, 2012 heißt es aber auch für Europa handeln. Die Umsetzung der regulatorischen Reformen bedeutet für Banken deutliche Kostensteigerungen. Heftig diskutiert wird über die Finanztransaktionssteuer. Auch die Implementierung der Regelungen des US „Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA)“ über das Steuer-Reporting durch ausländische Finanzinstitutionen wird weiterhin eine große Herausforderung darstellen. Gleichzeitig stehen Kapital- und Liquiditätsthemen, die durch den Rahmen der CRR I Verordnung und der CRD IV-Richtlinie vorangetrieben werden, ganz oben auf der Agenda.
USA
Die USA konzentrieren sich auf die Frage, ob die aktuellen Regulierungsbestrebungen die wirtschaftliche Erholung eher verhindern und die US-Institutionen möglicherweise einem ungleichen Spiel mit globalen Wettbewerbern aussetzen. Fest steht, dass 2012 für den US-Finanzsektor erneut ein Jahr wesentlicher Veränderungen und Unsicherheit sein wird.
Asien
Trotz der Tatsache, dass Banken im asiatisch-pazifischen Raum die Krise relativ gut gemeistert haben, wird dort die Umsetzung von Basel 3beschleunigt. Die Analyse des Kapitalbedarfs und die aktuellen Vorgaben lassen davon ausgehen, dass einige asiatische Regulatoren die größeren Banken ihrer Märkte als systemrelevant einstufen werden.
Weitere wichtige Ergebnisse:
Presseaussendung (88 K)
Studie (2.1 M)
Pressefoto Bernhard Gruber (2.1 M)
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